Klimaschutzkonzept beschlossen: Lützen hat einen Fahrplan
Der Stadtrat hat am 27. Oktober 2026 das integrierte Klimaschutzkonzept verabschiedet. Es setzt dort an, wo die Stadt selbst handeln kann, und greift auf, was sich Bürgerinnen und Bürger gewünscht haben.
Mit deutlicher Mehrheit hat der Stadtrat das Konzept beschlossen. Es bündelt 28 Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern, von der Planung über die städtischen Gebäude bis zu Mobilität und Stadtgrün. Eingeflossen sind auch Hinweise aus zwei Märkten der Möglichkeiten, einem Fachworkshop und der ISEK-Bürgerbefragung, deren Fragebogen im Herbst 2024 im Amtsblatt lag.
Wo Lützen steht
Die Bilanz für 2022 ergibt rund 235.000 Tonnen Treibhausgase. Das sind knapp 28 Tonnen pro Kopf und damit fast das Vierfache des Bundesdurchschnitts. Der Grund liegt vor allem in der Lage der Stadt: Über die Hälfte entsteht auf den Autobahnen. Knapp ein Drittel in der Industrie (Abb. 1). Darauf hat die Stadt wenig Einfluss.

Abb. 1: Woher die Treibhausgase in Lützen kommen (Bilanz 2022). Quelle: Klimaschutzkonzept der Stadt Lützen, Endfassung 26.10.2026
Die verbleibenden 6% der Emissionen sind auf die privaten Haushalte, kleinere Gewerbetreibende und kommunale Einrichtungen zurückzuführgen. Im eigenen Bereich möchte Lützen deshalb mit verbindlichen Zielen vorangehen: Photovoltaik auf mindestens drei städtischen Gebäuden bis 2030, ein Energiemanagement für die eigenen Liegenschaften bis 2028 und emissionsfreie Fahrzeuge bei jeder Neuanschaffung, sofern es sie am Markt gibt.
Was Sie sich gewünscht haben
In der ISEK-Befragung standen Radwege, ein besserer Busverkehr und mehr Bäume ganz oben (Abb. 2).

Abb. 2: Vorstellbare zusätzliche Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung in der Kernstadt; 48 Fragebögen, Mehrfachnennungen möglich, nicht repräsentativ. Quelle: ISEK Lützen, 1. Fortschreibung (2025)
Genau dort setzt auch das Konzept an. So sind Maßnahmen für mehr Straßenbegleitgrün, bessere Rad- und Fußverkehrswege, Ausbau der Ladeinfrastruktur und weiteres vorgesehen. Natürlich immer im Rahmen der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten.
Mitreden und mitmachen
Das verabschiedete Konzept ist ein erster Fahrplan, kein Selbstläufer. Es unterliegt der ständigen Weiterentwicklung und wird definitiv nur dann Wirkung entfalten, wenn viele mitmachen. Die vielbemühte Floskel von “Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe” ist eben auch sehr wahr. Daher bringen Sie Sich ein!
Das Klimaschutzkonzept wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert (Förderkennzeichen 67K24419).