Ortschaft Meuchen

kirche_in_meuchen Im Ortsteil Meuchen, 2 km östlich der Stadt Lützen, findet man die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche. Die romanische Dorfkirche, ursprünglich aus dem 15./16. Jahrhundert, wurde im Jahre 1912 als Gedenkkirche gestaltet, da hier Gustav II. Adolf nach seinem Tod aufgebahrt und vom Schmutz gereinigt wurde.

Nach der Erzählung des Dorfrichters Schröder aus Meuchen,
"... wurde in der Nacht nach der Schlacht vom 6. zum 7. November 1632 die Leiche des Königs Gustav Adolphs vom Schlachtfelde in das Gotteshaus Meuchen gebracht und dort niedergelegt. Sie war von Reitern begleitet, von denen mehrere Offiziere nicht vom Pferde stiegen, sondern beritten in die Kirche kamen, und um den Altar ritten, vor welchem die Leiche stand, zu Ehren derselben. Der Körper des verstorbenen Königs war sehr stark und sehr verwundet, er konnte so nicht weiter geschafft werden; es war daher notwendig ihn zu öffnen, welches in der Kirche geschah, wo seine Eingeweide zum Teil begraben sind, und zwar wenn man in die Türe hineingeht linker Hand, in der Mitte des Giebels nach Abend. Es ist dieses unzweifelhaft gewiß, weil das schwedische Wappen bei dieser Stelle an die Mauer der Kirche gemalt ist und noch durch den Kalk durchschimmert, womit die Kirche 1777 neu geweißt wurde; - weil ich im Januar 1832 den Stein, der unter dem Wappen liegt, habe aufheben lassen, und darunter eine hölzerne vermoderte Urne, von Eichenholz entdeckte, worin sich Erde - wie aus Weidenbäumen fand, - und weil oft von Schweden angesehene Männer nach Meuchen gekommen sind, die die Kirche besucht haben und sich nach den näheren Umständen von des Königs Tode und der Stelle erkundigten, wo seine Eingeweide begraben sind und er zuerst einbalsamiert worden ist. Vor der Secirung wurde mit Licht ein Gottesdienst in der Kirche vom Schulmeister gehalten und einer vom Militär hielt eine Trauerrede. Hiernach wurde die Leiche aus der Kirche gebracht, um in dem Hause des Schulmeisters Laue niedergesetzt zu werden. Dieses Haus war aber zu klein, sie wurde daher in das Haus des Nachbarn Namens Burghard gebracht, dort auf einen Tisch gelegt, der noch vorhanden ist, durch schwedische Männer vorläufig balsamiert und in den Sarg gelegt, welchen der Schulmeister, der zugleich Tischler war, so wie es die Umstände erlaubten, schnell gefertigt hatte. Dann wurde die Leiche auf einem schwedischen Wagen nach Weißenfels gebracht. "


Frau Pastor Baentsch verfasste 1910 folgende Zeilen:
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Es liegt ein Kirchlein still und traut,
fernab vom großen Strom der Zeit,
ein Kirchlein schlicht und unscheinbar,
und dennoch wie wenige geweiht.
So einfach schaut es in das Land,
durch keinen äußeren Prunk geschmückt,
und hat in seinem kleinen Raum,
dereinst so großes doch erblickt.

Es war am Abend jenes Tages,
am Abend jener großen Schlacht,
da hat das Kirchlein seine Tür ganz
still noch einmal aufgemacht.
Da trugen sie im Dämmerlicht,
im letzten Abendsonnenschein,
des großen Schwedenkönigs Leib,
auf einer Bahre tot herein.

 

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